Bewegung und Sport haben für jeden Menschen eine gesundheitliche Bedeutung. Für Menschen mit Behinderung kommt noch ein Mehrwert hinzu: die Steigerung der allgemeinen und speziell auch der sozialen Lebensqualität. Rund 20 Prozent aller Österreicher haben eine ausgewiesene Behinderung. Mit dem Projekt „Behindertensport bewegt!“ unterstützt der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger in Kooperation mit dem Österreichischen Behindertensportverband eine Tour durch ganz Österreich mit entsprechenden Bewegungs- und Informationstagen. Los geht es mit dem ersten Termin am 22. März, den Para School Games in Wien.

  Der Österreichische Behindertensportverband startet am 22. März gemeinsam mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ein Kooperationsprojekt, um möglichst viele Menschen mit Behinderung für regelmäßige Bewegung und Sport zu gewinnen sowie möglichst viele Menschen für die positive Bedeutung des Behindertensports zu sensibilisieren. „Behindertensport bewegt!“ wurde heute von KR Brigitte Jank, ÖBSV-Präsidentin, und Dr. Alexander Biach, Vorstandsvorsitzender im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger im Beisein des Behindertensportlers und Leichtathleten Alexander Pototschnig präsentiert. „Behindertensport bewegt!“ mit seinen Bewegungs- und Informationstagen für Menschen mit Behinderung in ganz Österreich hat immer eine duale Ausrichtung. Trainer und Fachleute informieren in Theorieeinheiten über die Wichtigkeit von Bewegung und Sport besonders bei behinderten Menschen als auch über aktuelle Angebote in den Bundesländern. In Praxiseinheiten können dann regionalspezifische Sportangebote in Mitmachstationen auch gleich ausprobiert werden.
Die Behindertensport bewegt-Tour und die ersten Termine: Wien, 22. März: Para School Games (Sporthalle Hopsagasse, ) – mit dabei auch Andreas Vevera (Rollstuhl-Tischtennis), Sabine Weber-Treiber (Schwimmen), Nico Langmann (Rollstuhl-Tennis);
Kärnten, 14. April: Blindensport bewegt! (Sportpark Klagenfurt – Wörthersee Stadion); Oberösterreich: 25.-27. April: INTEGRA – Sportzone (Wels, Messezentrum); Steiermark, 5. Mai: Behindertensporttag (Rehazentrum Judendorf-Straßengel); Burgenland, 30. Mai: Behindertensporttag (Landessportzentrum VIVA Steinbrunn); Vorarlberg, 5. Juli: Behindertensporttag (Sacre Coeur Riedenburg/Bregenz).

 

KR Brigitte Jank: "Informations- und Bewegungstage in Theorie und Praxis"

„Es freut uns, dass wir im Jubiläumsjahr „60 Jahre Österreichischer Behindertensportverband“ gemeinsam mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger das österreichweite Projekt "Behindertensport bewegt!" umsetzen können. In allen Bundesländern werden wir für Menschen mit Behinderung – ob jung oder alt, ob aktiv oder noch nicht aktiv – und für alle am Thema interessierten Personen sogenannte Bewegungs- und Informationstage in Theorie und Praxis anbieten. Wir wollen sensibilisieren und weiterbilden und durch praktische Beispiele zeigen, wie wertvoll und vielfältig das Sportangebot für Menschen mit Behinderung ist“, so KR Brigitte Jank, ÖBSV-Präsidentin, „Anderseits ist es von großer Bedeutung, den ÖBSV bei Politik, Stakeholdern und sonstigen wichtigen Einrichtungen als kompetent und professionell agierenden Gesundheitsdienstleister zu etablieren und daher auch als unterstützungswürdigen Kooperationspartner darzustellen.“

 

Dr. Alexander Biach: "Sport überwindet Grenzen"

„Bewegung und Sport kann viel zur Gesundheit beitragen. Gemeinsamer Sport vermag auch Grenzen zu überwinden und Menschen mit besonderen Bedürfnissen in die Gesellschaft zu integrieren. Rund 20 Prozent aller Österreicher haben eine ausgewiesene Behinderung. Uns als Sozialversicherung ist es ein wichtiges Anliegen, diese 1,7 Millionen Menschen dabei zu unterstützen, Sportangebote, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, in Anspruch zu nehmen. Der Österreichische Behindertensportverband ist auf dem Weg zu diesem Ziel der ideale Partner. Im Rahmen des Projekts „Behindertensport bewegt!“ möchten wir gemeinsam aufzeigen, was mit Bewegung Positives bewirkt werden kann. Und nicht zu vergessen: Bewegung hat neben den gesundheitswirksamen Effekten auch positive soziale Auswirkungen“, betont Alexander Biach, Vorstandsvorsitzender im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

 

Alexander Pototschnig (Leichtathlet): „Menschen einfach abholen und mitnehmen zu Bewegung und Sport“

„Man kann mit Bewegung und Sport unzählige schöne Momente erleben. Es gibt viele Möglichkeiten, Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene zu Bewegung und Sport zu motivieren. Die einfachste ist, sie persönlich abzuholen und zu Bewegung und Sport mitzunehmen“, so Alexander Pototschnig, der ohne rechten Unterarm geboren wurde. Pototschnig, auch ÖBSV-Nachwuchssportler 2016, gewann 2017 nicht nur die Silbermedaille im 200 Meter-Lauf und je eine Bronzemedaille über 400 Meter sowie im 100 Meter-Sprint bei den Para-Junioren-Leichtathletik-Weltmeisterschaften in der Schweiz, sondern lief auch bei der Leichtathletik-WM in London persönliche Bestzeit im Finallauf über 200 Meter und 400 Meter. „Ich selbst habe seit meiner Kindheit Sport betrieben, wobei ich in den letzten Jahren nun meiner Leidenschaft dem Laufsport nachgehe.“

 

Sportminister Heinz-Christian-Strache: „Wertvolle Unterstützung für ein gleichberechtigtes Zusammenleben innerhalb unserer Gesellschaft“

"Sport ist ein Faktor in unserer Gesellschaft, der über seine Bedeutung als "wichtigste Nebensache" der Welt weit hinausreicht. Bewegung und Sport kennen kein Handicap, Bewegung und Sport bedeuten für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Selbstverwirklichung, Persönlichkeit und Gemeinsamkeit. In diesem Sinne sind Projekte wie das vorgestellte wertvolle Unterstützung für ein gleichberechtigtes Zusammenleben innerhalb unserer Gesellschaft", so Vizekanzler und Sportminister Heinz-Christian Strache in seinem Grußwort.

 

BSO-Präsident BM a.D. Rudolf Hundstorfer: „Eine Behinderung soll niemand hindern, aktiv zu sein.“

„Generell ist es enorm wichtig, Bewusstsein für die Bedeutung von Bewegung und Sport in der Bevölkerung zu schaffen. Dies gilt natürlich auch für Menschen mit Behinderung; denn eine Behinderung soll niemanden hindern, aktiv zu sein. Daher begrüße ich solch tolle Projekte wie ‚Behindertensport bewegt‘, das österreichweit angeboten wird und so die Menschen abholt. Die Zusammenarbeit der verschiedenen gesellschaftlichen Bereiche wie Bildung, Gesundheit und Sport ist bei diesem Projekt besonders wertvoll", betont BM a.D. Rudolf Hundstorfer, Präsident der Österreichischen Bundes-Sportorganisation (BSO), in seinem Grußwort.

 

Mission und gesellschaftliche Aufgaben des ÖBSV

Der Österreichische Behindertensportverband (ÖBSV) ist der kompetente Komplett-Sportanbieter und die Sportinteressensvertretung und Serviceeinrichtung für Menschen mit Behinderung. Er ermöglicht mit seinem Programm sportliche Bewegung, bietet fachgerechte Betreuung, schult Betreuerinnen und Betreuer organisiert Trainingskurse und Wettkämpfe und hilft bei der Anschaffung von individuellen Sportgeräten. Der ÖBSV bildet in Österreich die wichtige Plattform für notwendigen Erfahrungsaustausch von Menschen mit Behinderung für alle Alters- und Leistungsgruppen. „Es ist Ziel des ÖBSV, möglichst viele Menschen mit Beeinträchtigung für das Thema Bewegung und Sport zu begeistern und sie in diesem Sinne zu aktivieren, handlungskompetent anzuweisen und in ihren Bemühungen zu unterstützen“, so Präsidentin Brigitte Jank.

 

Mag. Andrea Scherney, ÖBSV-Sportdirektorin: „Möglichkeit der verstärkten öffentlichen Wahrnehmung des Behindertensports“

„Die Aktion Behindertensport bewegt ist für uns alle eine gute Möglichkeit den Behindertensport einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen. Das Ziel muss sein, durch theoretische und aktive Einheiten vermehrt Neugierde zu wecken, und zu zeigen, dass Bewegung und Sport die eigene Lebensqualität immens steigert. Im Großen und Ganzen eine Win-Win-Situation für alle“, so Mag. Andrea Scherney, Sportdirektorin des Österreichischen Behindertensportverbandes.

 

Breites Angebot an Aus- und Fortbildung, Kurse und Sportwochen

Nur mit geschulten Betreuerinnen und Betreuern kann wichtige, behindertenspezifische Anleitung im Sport bereitgestellt werden. Seit Beginn der Übungsleiter-Ausbildungen im Jahr 2004 fanden bis Ende 2017 21 Basismodule an denen 315 Personen teilgenommen haben und 33 Sportmodule mit 218 Teilnehmerinnen statt. Insgesamt wurden bisher 153 ÖBSV-Übungsleiterzertifikate ausgegeben. Sportmodule gab es u.a. mit den Themen Schwimmen, Powerchair Football, Rollstuhltanz, Sehbehindertenfußball, Tischtennis und Mentalbehindertensport. Die Lehrgänge zur Ausbildung von Instruktorinnen für Behindertensport mit Schwerpunkt Mentalbehindertensport oder Körper- und Sinnesbehinderungen wurden in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Unterrichtsministerium und der Bundessportakademie (BSPA) zu einem neuen Instruktorinnen-Kurs (IK) Behindertensport zusammengezogen. Die Inhalte sind weniger auf einzelne Sportarten ausgelegt, sondern fokussieren auf die z.B. Trainierbarkeit, Leistungsfähigkeit, Regenerationsfähigkeit von Sportlerinnen mit Behinderung. Die staatliche Instruktorinnen-Ausbildung wird derzeit im Behindertensport und im Behindertenskilauf angeboten. Neben der großen traditionellen Behindertensportwoche in Schielleiten bietet der ÖBSV auch zahlreiche Sportkurse, Trainingslager, Sportwochen, die von den einzelnen Kompetenzgremien (KG) und Sportarten organisiert werden, an. KG-AR (Amputierten- und Rollstuhlsport) kooperiert seit 2016 mit dem VQÖ (Verband der Querschnittgelähmten Österreichs) und seinen Frühjahrs- und Herbstsportwochen. Durch die vielen einzelnen Sportarten wie u.a. Rollstuhl-Basketball, Rollstuhl-Rugby, Rollstuhl-Tennis, Rollstuhl-Tanzen, gab es z.B. auch 2017 über 150 Aktivitäten (z.B.: KG-B (Blindensport) mit Multisportwoche in Obertraun; KG-C (Cerebralparetikersport) mit Wintersport- und Abenteuersportwochen). s2016 kam erstmals durch das KG-M (Mentalbehindertensport) eine Sommerkaderwoche im BSFZ Maria Alm zur Austragung.

 

Leistungs- und Spitzensport – Management auf höchstem Niveau

Der ÖBSV mit seinen Landesverbänden und Vereinen, Kompetenz-Gremien und Referaten organisiert im Bereich des Leistungssports jährlich über 150 Sportveranstaltungen: darunter Nationale Meisterschaften wie Österreichische Staatsmeisterschaften, Österreichische Meisterschaften, Österreichische B-Meisterschaften oder Landesmeisterschaften, Turniere sowie Sportwochen und Trainingskurse - für den Breiten- und Wettkampfsport. Mit diesen rund 70 Staats- und Landesmeisterschaften, 20 Cup- und Ranglistenturniere, rund 10 Gehörlosen-Sportveranstaltungen sowie zahlreiche behindertenspezifische Schwerpunktkurswochen und sportartspezifische Kurstage in ca. 25 Sportarten bietet der ÖBSV seinen Sportlerinnen und Funktionärinnen ein breites Betätigungsfeld in den Bereichen Sportausübung und Kursangebote. Im Bereich des Spitzensports entsandte im Jahr 2017 der Österreichische Behindertensportverband sowie der Österreichische Gehörlosensportverband 65 Athletinnen und Athleten mit Behinderung zu 13 Weltmeisterschaften (auch eine Junioren-WM), 3 Europameisterschaften, zu Welt- und Europacupveranstaltungen sowie zum World Team Cup Rollstuhl-Tennis in den verschiedensten Sportarten. So u.a. Leichtathletik, Rollstuhl-Fechten, Rollstuhl-Tanzen, Schwimmen, Ski/alpin, Ski/nordisch und Ski/ Snowboard sowie Tischtennis.

 

Mit sportlichen Grüßen
Michael Wenzel